SPIELRAUM

für Wachstum

Hallo Ihr Lieben,

heute möchte ich ein so elementares Wissen mit euch teilen und appeliere an Euch diesen Raum zu schützen und wieder zu hüten für Euch, Eure Kinder und eine Welt mit reifen Menschen… eine Heile Welt… und für unser überleben.

Aus aktuellem Anlass, möchte ich kurz den Film Elternschule erwähnen, nicht empfehlen, recherchiert selbst, und schaut evtl. nur den Trailer, das reicht schon, der Film ist nicht zu ertragen. Er geistert gerade durch die Medienwelt. Und gibt verstörende Einblicke in die Behandlung von Kindern in einer psychiatrischen Klinik in Deutschland im Jahre 2018. Das Menschenbild der Psychologen ist verstörend . So viel Leid, Gewalt und traumatisierung unter dem Deckmantel von Therapie und Hilfe. Mögen viele durch diesen Schock erwachen. Es ist Zeit. Mein Herz ist tief erschüttert und voller Mitgefühl für die Seelen dieser verzweifelten Kinder und Eltern. Unsere Intuition dürfen wir nicht verlieren, sonst sind wir verloren. Es gibt einen Weg, es gibt viele Wege, die Heilen und Helfen … Hier ein kleiner Beitrag dazu,wie wertvoll Spiel ist.

Es wäre traurig und könnte fatal werden, wenn wir zulassen. dass die Klarheit kindlicher Wahrnehmung weiterhin so vernebelt wird. Denn bevor wir mit der Hausordnung bekannt gemacht werden, scheint es Augenblicke zu geben, wo wir durch Risse der Eierschale schauen und die Wahrheit fast berühren.

Lyall Watson

Es ist ein Herzens Thema, was mich schon lange begleitet, seit 20 Jahren arbeite ich mit Kindern und beschäftige mich mit ihrer Entwicklung. Intuitiv schon mein Leben lang. Und seit 11 Jahren geistern meine eigenen Kinder durch mein Leben und erinnern mich. Zusätzlich studiere ich intensiv die neuesten Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie.

Es ist so nahe liegend und einfach, intuitiv & herzverwurzelt und doch fällt es uns in dieser Welt, die auf Leistung, Erschaffen, Verhalten und Arbeit ausgerichtet ist, so schwer, es zu erkennen, dabei zu bleiben, den Wert zu fühlen…

Ja eigentlich nur unserer Intuition zu Vertrauen… doch oft stellen wir sie hinten an, erst die Arbeit und unsere ToDo Listen, damit alles läuft… der Schein gewahrt wird… die Wohnung glänzt, die Kinder sich gut Verhalten, wir gut aussehen, die Hausaufgaben gemacht sind, die Noten bitte schön gut, die Therapiestunde absolviert, jener Kurs belegt…, Sport…, Nachhilfe… die Form unseres Lebens stabil ist.

Man träumt nicht nach erlernten Ideen.

Gaston Bachelard

Doch wir merken oft erst zu spät… das wir dadurch zwar feste Strukturen erschaffen… die uns aber  über kurz oder lang erstarren lassen… wir sind dem Hamsterrad verfallen und kommen nie an. Ständig in Bewegung… Stress… unsere Nerven kommen nicht zur Ruhe unser sympathisches Nervensystem ist im Dauermodus und findet nur schwer in den anderen Pol wieder zurück, in die Ruhe, in den Parasympathischen Zustand..

Die Folge ist dann:

Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr

Wir sind getrieben

Erreichen wir unser Ziel?

Kennen wir unser Ziel?

Kommst Du an frage ich Dich?

Kommen Deine Kinder an?

Räumst Du ihnen durch all Dein tun… die Steine wirklich aus dem Weg?

Können sie dadurch besser gedeihen?

Gedeihen und reifen Deine Kinder ungehindert und die Kinder in deinem Umfeld?

Wie ich erlebe, leben wir in einer Zeit, mit so vielen Kindern, die nicht ungestört reifen können. Es geht ihnen schlecht wie nie zuvor. Diagnosen wie ADHS und Verhaltensprobleme bei Kindern explodierten in den letzten Jahren.

Obwohl wir doch alles tun. Verschiedene Therapien… Nachhilfe & Co

Und ändert sich etwas?

Grundlegend oft leider nicht.

Dann greifen wir zu härteren Mitteln, mehr Disziplin, mehr Therapie, Übung, Training, Arbeit…

Nützt es?

Kommen wir jetzt an?

Oft wird das Verhalten auffälliger…

Wir greifen zu härten Mitteln

Vielleicht doch Psychiatrie?

Diagnose?

Ja, sie sind krank, irgendeinen Grund muss es doch geben…

Fast alle unsere Kinder krank… ich frage dich…
Glaubst du das wirklich?

Was sagt deine Intuition?

Hörst du sie noch? Oder steht sie immer noch hinter den Ärzten, Therapeuten, Lehrern…

Vielleicht Medikamente, hörst du die laute Stimme der Welt

Wenn Du Dein Herz ganz hinten hören könntest, es würde rufen, “Nein ich kenne die Antwort… wir wären nicht hier, wären unsere Ahnen seit Äonen der Zeit nicht unserem Ruf gefolgt.”

Um hier weiter zu kommen, müssen wir uns erstmal die Frage beantworten, was ist unser Ziel?

Was wünschen wir uns?

Was wünschen wir uns für unsere Kinder?

Sicher haben wir alle individuelle Lebensziele die hier nicht beantwortet werden können.

Aber ich gehe davon aus, das uns ein grundlegendes Ziel und ein Wunsch verbindet.

Wir wünschen uns, das wir unser Potential entfalten können

Und für unsere Kinder wünschen wir uns auch, das sie zu gesunden, reifen Menschen heranwachsen die ihr Potential entfalten können.

Und wenn wir es weiter spannen, wünschen wir uns alle eine gesündere, heilere Welt, die doch nur entstehen kann, durch reife Menschen…

Schauen wir uns um, wir sind umgeben von Erwachsenen Menschen, aber sind sie wirklich reif? Wenige oder?

Sollten wir also innehalten und uns fragen was schief läuft?

Was fehlt?

Durch meine Erfahrung und die Erkenntnisse der Entwicklungsforschung… erkenne ich ganz deutlich, die Ursachen und das, was sich gravierend in den letzten 30 – 40 Jahren verändert hat.

Die Arbeit bestimmt unser Leben, das industrielle Zeitalter und jetzt das Informationszeitalter, halten uns gefangen, der Sack ist zu. Es passt nichts mehr rein, die Luft zum Atmen knapp.

Gab es jemals ein Zeitalter, das so klar wusste, was richtig handeln heißt und das zugleich so beharrlich falsch gehandelt hat?

Laurens van der Post

Was das  für uns und unsere Kinder bedeutet, können wir doch sehen. Der Raum der ihnen für Entwicklung zur Verfügung steht ist winzig klein geworden, bis fast gar nicht mehr vorhanden.

Ich habe erwähnt, wir tun und arbeiten nur noch, sind in diesem Modus gefangen der unser Nervensystem stresst, nicht mehr ausruhen lässt. Wir erstarren.

Uns fehlt die Bewegung, die innerliche Bewegung, jede Maschine braucht Spiel / einen Raum um sich zu bewegen um zu funktionieren.

Und wir menschliche Wesen brauchen auch diesen RAUM dazwischen, der uns Bewegung schenkt, nötige innere Bewegung, Bewegung unserer Gefühle und Emotionen, sie müssen bewegt werden, damit wir sie fühlen können, sie uns bewusst werden.

In vielen von uns findet sich dafür im Arbeitsalltag kein Platz, wir müssen funktionieren, koste es was es wolle, mit Nerven aus Drahtseilen.

Und auch viele Kinder, müssen ihre Verletzlichen, zarten, bewegenden, Gefühle verstecken, sich panzern um mitzuhalten, cool zu sein und es irgendwann dann wirklich zu werden, cool= kühl, ausgekühlt… die Herzenswärme findet keinen Raum mehr, muss sich verstecken unter vielen Schichten..

Was war früher oder  auch bei indigenen Völkern die so lange gesund überlebt haben, anders?

Es besteht mehr Gleichgewicht eingebettet in spirituelle, natürliche Rhytmen des Lebens, die Halt, Sicherheit und Bindung ermöglichten, in die man sich fallen lassen kann. Mit Raum für Rituale und Spiel… zu diesen Zeiten, war Raum für die Bewegung der Gefühle, innere Bewegungen und er war arbeitsfrei, frei von Bewertungen. Mit einer verbindenden, Wertschätzenden Haltung für die Natur, ihre Rhytmen und Zyklen und lebendigemVertrauen.

Und auch noch vor ein paar Jahren in unsrer Gesellschaft, ich denke an meine Kindheit in den 70 / 80 Jahren zurück, sah die Welt noch anders aus.

Wir Kinder hatten viel mehr Raum zum SPIELEN, oder? Unsere Nachmittage waren frei, bis auf Hausaufgaben… Und in den Kindergarten gingen wir mit 3 Jahren für ein paar Stunden und die Nachmittage waren wir Zuhause und hatten RAUM

Und bis wir 3 Jahre alt waren, hatten wir Zeit zum Wurzeln ausfahren, in einem geschützten, sicheren Umfeld mit unserer Haupt Bindungsperson und wir hatten RAUM…

Und heute?

Viele Kinder sind seit ihrem ersten Lebensjahr für viele Stunden von Ihren Haupt Bindungspersonen getrennt, und wenn sie in die Schule gehen, sind die meisten Kinder bis 16 Uhr dort. Danach wartet Programm, Therapie, Sport…

Wo ist der RAUM geblieben?

Du könntest natürlich antworten, in der Krippe spielen doch die Kinder den ganzen Tag, ist doch alles gut.

Nun müssen wir genauer hinschauen, was Spielen wirklich ausmacht.

Also, die neuesten Erkenntnisse der Entwicklungsforschung zeigen, wie wichtig Spiel für unsere Entwicklung ist.

Warum ?

Spiel ist keine Arbeit, fördert den Selbstausdruck, ist nicht real. Echtes Spiel kann nur in einem sichren Umfeld stattfinden, in dem wir uns sicher und gebunden fühlen.Wir sind frei, können uns hingeben und so ausruhen von Arbeit, nervlich und emotional.

Im Spiel wird nich bewertet, da darf alles sein.

Spiel ist einfach frei sein, es ist nicht ergebnisorientiert.

Es hat keine Konsequenz.

In diesem arbeitsfreien Raum kann wirkliche Entwicklung erfolgen.

Unsere Gefühle können geschützt zum Ausdruck gebracht werden, ohne Nachteile.

Und so hilft das Spiel unserer Emotionalen Gesundheit, wir können unsere Gefühle Bewegen ohne Nachteile und Konsequenzen. Was Im Alltag unserer Kinder heute kaum mehr möglich ist.

Verhalten muss regelkonform sein, und es gibt gute und schlechte Gefühle und der Fokus liegt auf dem Verhalten.

Kurz gesagt, hilft uns das Spiel über die Freiheit des SEINS und Fühlens hin zur Verwandlung und Anpassung zur Reife…

Und somit irgendwann auch zu reifem Verhalten.

Dies ist aber ein Folge der Entwicklung, es lässt sich nicht Lernen und Üben, oder beschleunigen, genauso wenig wie nicht eine Pflanze üben kann zu wachsen, sie gedeiht, wenn sie günstige Bedingungen hat und wenn man dran zieht, wächst sie auch nicht schneller.

Genauso ist es mit uns Menschen, wir wachsen durch Druck , Üben und Training auch nicht schneller. Alles hat seine Zeit.

Und was wir brauchen sind günstige Bedingungen. Liebe, Bindung, Sicherheit und einen Raum wo unsere Seele ausruhen kann. Spiel ermöglicht  dies , fördert unsere Anpassungsfähigkeit und lässt uns reifen .

Spiel bedeutet auch Ruhe, das Nervensystem kann umschalten.

Unter Stress ist das Sympathische Nervensystem aktiv , Gefühle können weniger bewusst gefühlt werden , eher unsere instinktiven Emotionen die uns antreiben.

Das Spiel befreit uns von Emotionen die nicht funktioniert haben.

Aber im Parasympathischen Nervensystem findet Heilung, Regeneration und Wachstum statt, körperlich, wenn wir krank werden.  Dann geht der Körper eigentlich in die Heilungsphase, wir bekommen, Fieber, gehen in die Ruhe und Heilen, das Immunsystem wächst, wird stärker, Kinder wachsen oft  begleitet von Fieber und auch das Weinen findet in diesem Zustand statt, führt uns auf den Weg der Heilung und des Wachstums…

Und auch emotional können wir nur aus diesem Zustand heraus reifen, wachsen und uns anpassen.

Und Anpassung an ungünstige Bedingungen ist für uns und unsere Kinder heute wichtiger als je zuvor, weil die Bedingungen ungünstiger sind als je zuvor.

Man könnte verzweifeln, aber das Spiel kann uns hier wertvolle Dienste leisten.

Hüten wir also den wichtigen Raum, der wie ein Kokon und ein Mutterleib ist, um weiter zu reifen, jeder in seinem Tempo und stellen ihn für unsere Kinder  wieder zur Verfügung, besonders wenn es nicht gut läuft und bitte an die erste Stelle,vor Üben, Training, Therapie…..

Und auch für uns selbst, entdecke Deine Spielwiesen wieder. Spielen für uns Erwachsene kann so vieles Sein. Schenke Dir diesen Raum . Lachen, Wortspiele, Humor, Tanzen, Malen,Theater, Singen, Schreiben, Natur… wo Du frei bist..

Nochmal zurück zu den Krippenkindern , man könnte sagen, die Spielen doch die ganze Zeit.

Echtes Spiel ist in diesem Kontext oft nicht möglich. Denn der Rahmen ist nicht sicher, die Haupt Bindungsperson ist nicht da, so das Hingabe in diesen Raum viel zu verletzlich wäre. Um die so  fehlenden,wichtigen Bindungsbedürfnisse zu stillen  , leisten die Kleinen in diesem Fall oft Bindungsarbeit zu den Gleichaltrigen oder auch Betreuern. Das sieht vielleicht nach Spiel aus, ist aber oft Arbeit.

Eine gute Bindung zur Betreuung kann dies natürlich auffangen, ist aber oft durch Erzieherwechsel und Co auch erschwert.

Und noch ein kurzer Blick zu den Tieren, hier können wir auch deutlich erkennen, wie elementar Spiel ist. Alle Tiere spielen! Und Warum ?

Um sich zu entwickeln , anzupassen und soziales Verhalten zu erwerben, es wird nicht geübt, sondern es entwickelt sich aus dem Spiel.

Also, würzt Eurer Leben wieder mit mehr Spiel.

Genau wie aus einem Samenkorn, mit ausreichend Wasser, Sonne, und Pflege ein Baum wird. Wird auch aus unseren Kleinen , mit starken Bindungen, Liebe, SpielRAUM  und Vertrauens Vorschuss , in diesen natürlichen Vorgang, ein reifer Mensch.

Erinnert Euch und vertraut Eurer Intuition.

So haben wir überlebt, so haben sich erfolgreiche Gesellschafts Strukturen indigener Völker, die dieses Vertrauen in die Natur und ihre Vorgänge bewahrt und gehütet haben, bewährt und überlebt. Oft  gesünder als wir, oder?

Kleine Kinder spielen aus dem gleichen Grund wie Wasser fließt und Vögel singen. Spielen liegt in der Natur der Dinge.

O. Fred Donaldson

 

Nur kurz, wir sind Bindungswesen, unsere Sehnsucht nach Bindung ist stärker als Hunger, es sichert unser Überleben. Erkenntnisse aus der Bindungsforschung sagen uns schon lange, Tiere die von ihren Müttern getrennt werden ohne lebendigen Ersatz, sterben.

Und echtes Spiel dient auch der Bindung.

Es gibt keine sichere Anlage. Lieben heißt, verletzlich sein. Liebe irgendetwas und es wird dir das Herz brechen. Wenn du ganz sicher sein willst, dass deinem Herzen nichts zustößt, dann darfst du es nie verschenken, nicht einmal an ein Tier. Umgib es sorgfältig mit Hobbys und kleinen Genüssen, meide alle Verwicklungen, verschließ es sicher im Schrein oder Sarg deiner Sehnsucht. Aber in diesem Schrein, sicher, dunkel, reglos, luftlos- verändert es sich. Es bricht nicht, es wird unzerbrechlich, undurchdringlich, unerreichbar.

C.S. Lewis

In unserer Welt gibt es viele solcher sorgsam verschlossenen, erstarten Herzen.

Hier würde ich Euch auch gerne noch meinen Artikel über die Heilkraft der Tränen empfehlen.

Mögen Eure Herzen und die Herzen Eurer Kinder, weich , lebendig und verletzlich bleiben. Möge der Mut in ihnen Reifen, diese Verletzlichkeit zu hüten und leuchten zu lassen, sie lässt uns leben und Lieben.

Sie macht uns zu Menschen reif und gesund!

Mehr und mehr solcher Herzen und wir Leben in einer heilerenWelt!

Zu Entwicklung und Spiel lässt sich noch so viel mehr sagen, eine kleine oder auch lange Inspiration für heute, aber Eure Intuition wird Euch weiter führen.

Ich freue mich über Eure Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema.

Viel Freude und möge Euer Weg voller leichtfüßiger Schritte sein und  Euch immer weiter durch das Spiel des Lebens  tanzen lassen.

Von Herzen,

Verena

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare bei „SPIELRAUM“

  1. Liebe Verena, danke für dein Teilen dieser wichtigen Gedanken mit uns. Ich bin voller Optimismus, dass die wertvolle Lebenssaat, die Lebensfreude und die unerschütterliche Lebensliebe der Kinder dieser Zeit den offensichtlichen Wahnsinn des alten Systems überwinden wird. Mit unserem Zutun wird es gelingen, und je mehr Menschen wir aufmerksam machen auf die derzeitigen Mißstände, desto besser.
    DANKE für deine wertvolle Arbeit. Grüße von Herzen, Gesina

    1. Liebe Gesina, hinter all der Realität in der mir Kinder und ihre Leiden aktuell begegnen, leuchtet auch das Wissen um einen Weg, mögen wir ihn hüten und wieder entdecken und nach unserer Herzensintuition unsere Kinder wieder sicher geleiten durch alles hindurch. Danke für Deine Wertschätzung. Von Herzen , Verena

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